Test der kommenden IN MOTU/UHLMANN Fechtjacke und Fechthose für das Historische Fechten.

Test der kommenden IN MOTU/UHLMANN Fechtjacke und Fechthose für das Historische Fechten.
Der Michael Sprenger wars!
 
Test der kommenden IN MOTU/UHLMANN Fechtjacke und Fechthose für das Historische Fechten.
 
Michael Sprenger ist ein in der Szene bekannter, erfahrener Fechter und Trainer, der sich tief in die Turnierszene eingegraben hat.Als wir die Woche einen Fechter im Bild zeigten und euch baten, zu erraten, wer in der Fechtjacke steckt, war es eben jener Michael Sprenger.
 
Diese Woche nahm er sich Zeit, um mich hier im schönen Nordhausen oder genauer in Neustadt am Fuße der Burg Hohnstein zu besuchen, um die kommende Fechtjacke und Fechthose intensiv zu testen, die ich mit meinem Kooperationspartner Uhlmann Fencing auf den Markt bringen werde.
 
Vielen Dank für dein tolles Feedback Michael. Es hat mich sehr gefreut deine leuchtenden Augen zu sehen, als du die Fechtjacke und Hose einige Stunden testen konntest.
 
Hier dein erstes Feedback zu den beiden aktuellen Prototypen-Anzügen in schwarz und weiß.
 
"Ich hatte diese Woche die Möglichkeit, die neue Fechtjacke von In Motu / Uhlmann für das Historische Fechten zu testen. Im Vorhinein waren mir schon ein paar Dinge bekannt. Den Stoff und das Polstermaterial hatte ich bereits gesehen und wusste, dass die Jacke entsprechend leicht sein würde. Allerdings war ich auch skeptisch bez. der Schutzwirkung gegen Hieb und Stich. Weiterhin wusste ich, dass die Unterarme nicht durch Polsterung sondern nur durch mehrlagigen stichfesten Stoff geschützt sind. Entsprechend war ich diesbezüglich recht kritisch.
 
Zunächst habe ich meine Referenz angezogen. Eine AP mit 350N Stichschutz von SPES. Einer der Klassiker unter den HEMA-Jacken. Um halbwegs nachvollziehbare Bewertungen zu treffen, haben wir eine Lektion durchgeführt, bei der ich zu definierten Blößen geschlagen bzw. gestochen wurde. Das ganze mit steigender Intensität bis ich es als unangenehm empfand. Dieser Punkt ist natürlich sehr subjektiv. Ich selbst fechte sehr wettbewerbsorientiert und würde von mir behaupten, nicht empfindlich zu sein, was die Härte von Hieben oder Stichen betrifft.
 
Dann einmal aus der alten Jacke raus und in die neue Jake rein. Das heißt, noch nicht, denn ich habe zunächst beide Jacken bez. ihrer Masse subjektiv verglichen. Also beide in die Hand genommen und das Gewicht gespürt. Hierbei ergibt sich kein Vor- oder Nachteil der neuen In Motu-Jacke. Sie ist ugf. mit einer Standard AP vergleichbar, wobei hier die Größe M bei der AP mit einer etwas größeren Variante der In Motu-Jacke verglichen wurde. Hinzu kommt, dass die In Motu-Jacke mit 800N einen höheren Stichschutz hat und der Stoff entsprechend fester und schwerer ist. Daher ist es gleiche Masse bei besserer Schutzwirkung.
 
Die neue Jacke lässt sich sehr bequem anziehen, der Reißverschluss geht leicht zu schließen. Sie sitzt sehr leicht und man hat nicht das Gefühl, gerade eine HEMA-Jacke zu tragen. Klarer Pluspunkt beim Komfort. Einzige Einschränkung für mich war der Reißverschluss links. Als Linkshänder ist das ein bisschen behindernd. Daher sollte man beim Kauf drauf achten, den Reißverschluss auf der anderen Seite zu wählen. Im Anschluss die gleiche Lektion wie gerade eben. Hiebe und Stiche mit steigender Intensität. Hiebe fühlten sich hierbei deutlich angenehmer an, insbesondere im Schulterbereich. Dabei muss man mir natürlich glaube, dass ich einschätzen kann, ob jemand wirklich kräftig zuhaut oder nicht. Die Intensität der Hiebe war äquivalent. Im Stich war es zunächst unangenehmer. Paul machte mich jedoch darauf aufmerksam, dass bei dieser Jacke das Obermaterial noch nicht endbearbeitet wurde. Also einmal Jacke aus- und eine andere Version, bei die Endbearbeitung schon fertig war, angezogen. Ich war fasziniert, was mit modernen Materialien so alles möglich ist, denn der Stichkomfort war bedeutend besser. Vergleichbar mit einer AP.

Nun noch das Thema Unterarme. Pauls Argument ist, dass die Beweglichkeit besser ist. Mein Argument ist, dass die Schutzwirkung bescheiden ist. Dazu muss man sagen, dass ich selbst keine Unterarmschützer über der Jacke trage, weil sie mich behindern. Deshalb trage ich zusätzliche Polsterung drunter. Das würde allerdings bei der In Motu-Jacke nicht ausreichen. Paul hat mir zum Vergleich seine Unterarm-/Ellenbogenschoner von RD zum Drüberziehen gegeben. Ich musste dann eingestehen, dass die Beweglichkeit besser ist als mit meiner Variante (AP + Polsterung drunter). Dadurch, dass die Unterarme nur durch Stoff geschützt sind, lassen sie sich viel freier bewegen. Es ist, als ob man die Schoner direkt am Körper tragen würde. Auch Twerhäue mit gekreuzten Armen funktionieren deutlich einfacher. Auch hier nochmal ein klarer Pluspunkt für den Komfort.

Zum Schluss habe ich Paul gebeten, mir zum Leib und zu den Armen zuzufechten, wobei ich mich regelmäßig treffen ließ. Das sollte nochmal zeigen, wie es gegen Hiebe und Stiche aussieht, die aus der Dynamik mit voller Intensität geführt werden. Auch hier konnte ich keinen Nachteil gegenüber meiner AP feststellen.

Als Zusammenfassung sage ich, die Jacke ist eine echte Alternative. Die Masse und die Schutzwirkung sind vergleichbar zu einer normalen AP, wobei der Tragekomfort und die Beweglichkeit um Längen besser sind. Ein paar Hinweise habe ich noch zum Schnitt gegeben, denn die Jacke könnte ein bisschen eleganter aussehen, allerdings ist das nach Sicherheit, Schutzwirkung, Tragekomfort und Beweglichkeit wirklich der letzte Gesichtspunkt, nachdem man eine Fechtjacke auswählen sollte.

"
Damit waren nun bereits einige Fechter bei mir, um den kommenden Fechtanzug anzuschauen, auszuprobieren und ihre Meinung sowie Vorschläge mitzuteilen. 
Es war mir wichtig, das die Jacke auch von den Fechtern angenommen wird. Eine Beteiligung ist daher immer wichtig. Ich habe einige Fechter im Laufe des Prozesses beteiligt, um immer wieder verschiedene Meinungen abgleichen zu können.

Vielen Dank an die Fechter, die sich Zeit genommen haben.